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Adolf Süsterhenn (1905-1974)

Informationen

Umfang:
679 S. : Ill.

Jahr:
2012

Verfasser:
Hehl, Christoph von

Verlag:
Droste

ISBN:
978-3-7700-1913-7

Adolf Süsterhenn (1905-1974)

Verfassungsvater, Weltanschauungspolitiker, Föderalist

Adolf Süsterhenn (1905–1974) gilt als „geistiger Vater“ der Landesverfassung für Rheinland-Pfalz. Der katholische Verfassungspolitiker war einer der maßgeblichen Vertreter der CDU im Parlamentarischen Rat. Im Zentrumsmilieu seiner Heimatstadt Köln sozialisiert, arbeitete er nach dem in Freiburg/Br. und Köln absolvierten Studium der Rechts- und Staatswissenschaften am Ende der Weimarer Republik und während des Dritten Reiches als Rechtsanwalt. Unter den spezifischen Bedingungen der Nachkriegszeit wechselte er in die Politik, beteiligte sich an der Gründung der CDP/CDU und wirkte an vorderster Stelle beim staatlichen und rechtlichen Wiederaufbau mit. Ein neuscholastisch interpretiertes Naturrecht diente ihm als politisch-philosophische Basis seines Wirkens. In einer geistigen Erneuerung des Staats- und Rechtsdenkens erblickte Süsterhenn die vorrangige Aufgabe in dieser Zeit. Von 1946 bis 1951 war er als rheinland-pfälzischer Justiz- und Kultusminister und enger Vertrauter des langjährigen Ministerpräsidenten Peter Altmeier tätig. Anschließend wechselte Süsterhenn von der Exekutive zur Judikative. Zehn Jahre lang (1951–1961) war er Präsident des Oberverwaltungsgerichts und Vorsitzender des Verfassungsgerichtshofs von Rheinland-Pfalz, ehe es ihn in die Politik zurückzog, wo er als Mitglied des Deutschen Bundestages (1961–1969) die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse hautnah zu spüren bekam.

Die Studie zeichnet ein Gesamtbild der Person, des Lebens und Werkes Adolf Süsterhenns. Untersucht wird neben seinem Verhalten im Dritten Reich vor allem seine Verfassungskonzeption in der Nachkriegszeit, sein Wirken als katholischer Weltanschauungspolitiker sowie sein Einfluss und seine Stellung innerhalb der bewusst interkonfessionell gegründeten CDU. Herausgearbeitet werden Süsterhenns politische Erfolge ebenso wie seine Fehlschläge, seine Lebensumwelt, Arbeitsweise und Netzwerke, insbesondere die enge Verbindung zu Vertretern der katholischen Kirche, in erster Linie zum Kölner Prälaten Wilhelm Böhler.

Der Autor hat in dieser Studie nicht nur den umfänglichen Nachlass Süsterhenn ausgewertet, sondern auch zahlreiche weitere Quellenbestände hinzugezogen und Zeitzeugen befragt.

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