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Die Anfänge der Entwicklungspolitik der Bundesrepublik Deutschland in der Ära Adenauer

Informationen

Umfang:
374 S.

Jahr:
2017

Verfasser:
Molt, Peter

Verlag:
Droste

ISBN:
978-3-7700-1923-6

Die Anfänge der Entwicklungspolitik der Bundesrepublik Deutschland in der Ära Adenauer

Die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an der internationalen Entwicklungspolitik begann in den letzten Amtsjahren Adenauers. Sie waren von der Berlinkrise und dem Mauerbau geprägt, aber auch von der sowjetischen Expansion in die Entwicklungsländer. Auf das Drängen des amerikanischen Präsidenten John F Kennedy, der in der wirtschaftlichen Hilfe für die Entwicklungsländer einen wichtigen Bestandteil der westlichen Sicherheitspolitik sah, stimmte das Kabinett einem finanziellen Beitrag zu, mit der die Bundesrepublik schlagartig zu einem der fünf großen Geber der internationalen Entwicklungshilfe avancierte. Die Entwicklungszusammenarbeit mit den neuen Staaten wurde kurzfristig zu einem Kristallisationspunkt der westdeutschen Außenpolitik. Der persönliche Anteil Adenauers daran wurde bisher als nur gering bewertet. Neu zugängliche Quellen zeigen jedoch seinen maßgeblichen persönlichen Anteil nicht nur an der grundsätzlichen Entscheidung, sondern auch an der Ausgestaltung, wie der staatlichen Förderung der kirchlichen Hilfswerke und der internationalen Arbeit der politischen Stiftungen, aber auch der Organisation mit einem eigenen Entwicklungsministerium, der Rolle der KfW als Durchführungsorgan und – auf Drängen Frankreichs – der Gründung des Europäischen Entwicklungsfonds. Es kam Adenauer auf einen gegenüber der Weltmacht USA und den Kolonialmächten Frankreich und Großbritannien eigenständigen deutschen Beitrag an.

Die Studie geht der politischen und organisatorischen Entwicklung in diesen Anfangsjahren nach, dem schwierigen Verhältnis zwischen Außen – und Entwicklungspolitik, aber auch Sonderfragen, wie der Entwicklungszusammenarbeit mit Israel und Lateinamerika, dem Beginn der deutschen Militärhilfe und der Rücksichtnahme auf die französische Dekolonisierungspolitik. Sie schließt mit einem Überblick über die damalige wissenschaftliche Diskussion und zieht eine kritische Bilanz eines Anfangs, dessen Spuren noch heute in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sichtbar sind.

Prof. Dr. phil. Peter Molt

Studium in Tübingen, Los Angeles und Heidelberg; 1956 Promotion zum Dr. phil.; 1960 Leiter der Politischen Akademie Eichholz; 1962–66 Leiter der Internationalen Abteilung der Konrad Adenauer-Stiftung; 1966–69 Geschäftsführer des Deutschen Entwicklungsdienstes; 1970–81 Mitarbeiter von UNDP in New York, dann UN-Resident Representative in Togo und Burkina Faso. 1982–92 Referent für Entwicklungspolitik und Beauftragter der Landesregierung Rheinland-Pfalz für die Partnerschaft mit Rwanda; 1994–2005 Vorstandsmitglied CARE Deutschland; 1995–99 Gründungsvorsitzender des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO); 1984–2009 Lehrtätigkeit zur Internationalen und Entwicklungspolitik an der Universität Trier. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Außen- und Entwicklungspolitik.

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