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Im Zentrum der Macht

Informationen

Umfang:
757 S.

Jahr:
1989

Verfasser:
Lenz, Otto

Verlag:
Droste

ISBN:
3-7700-0763-8

Im Zentrum der Macht

Das Tagebuch von Staatssekretär Lenz 1951-1953

Für alle, die sich mit der frühen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland befassen, ist es längst ein Begriff – das „Lenz-Tagebuch“. Jetzt wird es, ungekürzt und mit ausführlichen Kommentaren versehen, mit seinem zentralen Teil veröffentlicht, der die Jahre 1951–1953 umfasst, als Otto Lenz der erste Staatssekretär Adenauers war.

Otto Lenz (1903–1957) hatte seine Karriere im Preußischen Justizministerium begonnen. Dort war er, als Hitler an die Macht kam, persönlicher Referent des Ministers. Als überzeugter Gegner des Nationalsozialismus schied er 1938 aus dem Staatsdienst aus. Goerdeler hatte ihm angeboten, in der vom deutschen Widerstand vorgesehenen Regierung Staatssekretär des Reichskanzlers zu werden. So war er im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 vom Volksgerichtshof zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden.

Nach dem Ende der Hitlerdiktatur gründete Otto Lenz zusammen mit Andreas Hermes, Jakob Kaiser, Heinrich Krone und anderen Persönlichkeiten in Berlin die Christlich-Demokratische Union Deutschlands. Ihrem Vorstand gehörte er bis 1947 an. 1951 rief ihn Bundeskanzler Adenauer als „Staatssekretär des Innern“ an seine Seite.

Mit dem Dienstantritt im Bundeskanzleramt Januar 1951 setzt das Tagebuch ein. Darin hat Otto Lenz fast Tag für Tag, dem Terminkalender folgend, Begebenheiten und Beobachtungen als „Adenauers rechte und gelegentlich linke Hand“ (W. Henkels) festgehalten und mit seinen Bemerkungen versehen. Heute eröffnet sich dem Leser eine Fundgrube voller Einblicke und Detailinformationen aus den innenpolitischen Auseinandersetzungen jener Jahre, vor allem um die deutsche Wiederbewaffnung, um den Deutschlandvertrag, der das Besatzungsstatut ablösen sollte, um den liberalen Wirtschaftskurs Ludwig Erhards, um die Mitbestimmung in der Montanindustrie, um den Lastenausgleich und um die Wahlrechtsreform. Mit der Verabschiedung des Staatssekretärs nach der Bundestagswahl 1953 endet die Edition.

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